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| ISBN: 3518381075 ISBN: 3518381075 ISBN: 3518381075 ISBN: 3518381075 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ich war vorgestern in Brochwitz, in großer Gesellschaft, der Kreis war der gewählteste, Alles, war unsre Residenz Geistreiches besitzt, umflatterte Evelinen; ich sonnte mich in den Strahlen ihrer Liebenswürdigkeit. Es wurde viel gescherzt, wir kamen auf GesellschaftsTheater; man beklagte, daß so selten etwas aus dieser hübschen Unterhaltung werde, weil die Damen, so gern sie auch, wie Göthe sagt, ohne Gage mitspielen, doch in der Regel sich zu dem harmlosen Spiel in einer dramatischen Kleinigkeit nicht bequemen wollen. Eveline war in der rosenfarbensten Laune. Sie rief: An der Verlegenheit seid Ihr Schuld, Ihr Herrn Poeten! Schadenfroh, wie Euer ganzes Geschlecht, fühlt Ihr Euch nur begeistert, wenn Ihr ein armes Frauenzimmer in närrische Situationen verwickeln könnt. Schreibt Lustspiele ohne Damen, dann braucht Ihr bei der Aufführung keine. Ich versetzte: Dramen ohne Damen seyen undenkbar, schon der Reim beweise es. Im Gegentheile - scherzte sie - die besten Komödien spielen die Männer bloß unter einander. Sie setzte einen Trumpf darauf; sie wollte nicht mehr an mein Talent glauben, wenn ich nicht ein solches Opus zu Stande bringe. Nichts half es, daß ich sagte: es werde so langweilig werden, wie ein Mönchskloster. Die Gesellschaft stand ihr bei, meine poetische Ehre war angegriffen, ich versprach das Lustspiel ohne Dame. Aus dem Stegereif gab Eveline die Fabel auf, Alles klatschte Beifall, heute soll das Stück fertig seyn, heute Abend ist derselbe Kreis wieder eingeladen, um es zu hören; ich bin drei Tage umhergegangen, habe den Kopf mir zerbrochen, und es ist nicht fertig geworden. Eduard Ja, ja! (recitirend) "Gebt Ihr Euch einmal für Poeten, So commandirt die Poesie!" Falten Entweder mag sie auf Commando nicht scherzen, oder ein Dämon hat mein Gehirn verdüstert. Übrigens bedenke nur selbst Das Stück soll die Entführung heißen, das Ganze dreht sich um die Entführung eines Mädchens, der Vater, ein gewöhnlicher ComödienVater wird beseitigt, es kommt endlich zur Entführung - wie ist das möglich zu machen, ohne das Mädchen auf das Theater zu bringen? Eduard Erzähle mir die Geschichte von A. bis Z. Ich will Dir helfen. Falten Du? Eduard Ja, ich. - Es ist ein Schwank. Zu einem Schwanke gehört nichts als ein Bischen Mutterwitz. Den habe ich, Gott sei Dank. - Sieh mich nicht so vornehm und mitleidig an! Du kommst mir vor, wie der Abt von Sanct Gallen, und ich bin Dein Schäfer Hans Bendix. Komm, Du betrübter Poet! Falten Wohin? Eduard Dorthin, zu jenem Tisch! Wir wollen uns durch Chokolade zum Werke stärken. (ruft) Garçon! Zweite Szene Petit (durch die Seitenthür) Vorige. Petit. Wat für'n Ton schlägt an meine Gehörwerkzeuge? Eduard Zwei Tassen Chocolade! (Petit ab) Falten Der Junge wird alle Tage toller. Eduard Weißt Du, daß er Dir in's Handwerk pfuscht? Er hört bei Hegel Aesthetik, und dichtet im Stillen für den Beobachter an der Spree. (Petit kommt mit 2 Tassen Chocolade und einem Journale. Falten und Eduard haben sich an einen Tisch seitwärts im Vordergrunde gesetzt.) Petit. Hier is des Getränke der Cacaobohne, vermengt mit dem Duft der Vanille! (Er setzt die Chocolade auf den Tisch.) Nu, kucken Se mal hier det neue Mitternachtsblatt. Da is Tieck wieder ungeheuer 'runter gemacht von Müllern. Falten. Mein Sohn, kein Verdienst ist so groß, daß die Gemeinheit nicht wagen sollte, sich daran zu reiben. Petit. Eine recht schöne Redensart in so weit uns was diesesjenige anbetrifft. Wissen Se't schonst? Ik werde Tiecken verdefendiren! Eduard (lachend) Bravo! Du bist ein rechtschaffner Jüngling. Petit. O, wenn ik nur mehr Zeit hätte! Aber, hier de Ufwartung, un des Geschäfte an't Billard, un denn schreib' ik och enen großen historischen Roman: der heeßt Der verstellte Todte. Da seh' ik mir Alles zu ab in de Wirklichkeit, wie Walter Scott. Na 't heeßt enmal: Begasus im Joche! (Ab). Falten. Seltsames Zeitalter! Eduard. Nur keine Philosophie! Dieß Jahrhundert ist um keinen Gran närrischer als alle früheren. Zu unsrer Comödie! Erzähle mir! (beide sprechen von nun an leise und eifrig mit einander.) Dritte Szene. Capitain Trimborn (durch die Mittelthür) Vorige. Trimborn. |
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