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| ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 | ||||||||||||||
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Man droht ihm, die Geschichte zu entdecken. Trimborn. Droht man ihm das? Falten. Man macht Anstalten zu einem HalsProzeße. Trimborn (an den Hals fassend) Alle Wetter! Geht das hier so hoch her? Falten. Ihm wird bange. Trimborn. Wirklich! Ihm wird einigermaßen bange. Eduard. Aber das nimmt eine zu tragische Wendung. Falten. Nicht doch, ich halte es heiter und lustig. Der Alte wird in toller Furcht hinweggehetzt, und unterdessen gelingt die Entführung. Eduard. Bravo! Sonnenstein rechtfertigt seinen Ruhm. Trimborn. Also Sonnenstein heißt die Bestie? Falten. (steht auf.) Adieu! Ich gehe an's Werk. Eduard. Und ich muß heute Abend auch dabei seyn. Um 6 Uhr hole ich Dich mit meinem Cabriolet ab, wir fahren zusammen hinaus, Vivat Brochwitz, und die schöne Eveline Trimborn! Trimborn. (springt in höchster Wuth auf) Der Teufel soll Euch kielholen, Ihr Seehunde! Eduard u. Falten. Was ist das? Falten. Mein Herr, sind Sie bei Sinnen? Eduard. Warum beschimpfen Sie uns? Trimborn (b. S.) Holla! Verfahren, total verfahren! Ehe ich die verdammten Papiere nicht los bin, dürfen sie nicht wissen, wer vor Ihnen kreuzt. Spiegel verhangen, Flagge herunter! Alles mit Manier, alles mit Manier, Capitain Trimborn! Falten. Nun mein Herr, sollen wir Antwort haben? Eduard. Warum fuhren Sie so grimmig auf? Trimborn. Eine Krankheit, meine Herrn! Eduard. Wie? Falten. Eine Krankheit? Trimborn. Ja, meine Herrn, so eine Art von Seitenstechen, oder wenn Sie wollen, ein Überbleibsel der Migraine. Wirkung der Landluft! Wenn mich das Übel befällt, so muß ich vor Schmerzen fluchen und schimpfen, es trifft den, wen es trifft. Falten. Nun mein Herr, so gehn Sie künftig in's Freie, wenn der Paroxismus wiederkehrt. Ich will aus der Sache nichts machen, aber - das Seitenstechen verbitte ich mir in der Folge in meiner Gegenwart. (Ab durch die Mittelthür). Vierte Szene Vorige ohne Falten. Trimborn (Falten halblaut nachrufend.) So! Du Landmann! Ich soll Dir wohl meine Tochter noch gar auf dem Präsentirteller bringen! Was fang' ich an, den Schimpf und die Schande meines Hauses zu verhüten? Soll ich die Polizey? Nein, dann giebt es ein Geträtsch, was noch schlimmer ist, als die Sache. - Da steht der Spießgeselle des Entführers. Ich will versuchen, ihm Incognito zu imponiren. (Er fixirt Eduard.) Eduard (b. S.). Das ist ein origineller Kauz. Warum er nur grade, als ich Evelinens Namen nannte, so auffuhr? Und jetzt sieht er mich an, als wollte er mich verspeisen. Sollte er - - hm, der Mann kommt mir ganz sonderbar vor, ich muß ihn doch sondiren. - (laut) Vermuthlich nicht hier aus der Stadt? Trimborn (sehr barsch) Nein! Eduard. Wahrscheinlich ein pensionirter ArtillerieOffizir? Trimborn. Nein! Eduard. Oder ein Gutsbesitzer aus Panama? Trimborn Nein. Eduard. So müßen Sie ein Seemann seyn. Trimborn. Ja. Eduard. ( 's trifft zu!) Eure Rede sey Ja, Ja, Nein, Nein. Sie scheinen die Umschweife nicht zu lieben. Ohne Umschweif von meiner Seite: Wie heißen Sie? Trimborn. (b. S.) So fragt man einen Narren, wart, ich will Dich abführen. (laut) Ins Teufels Namen, Herr, was geht es Sie an, wie ich heiße? Eduard. Der Zufall von vorhin war gar zu sonderbar. Er hat meine Aufmerksamkeit erregt. Grade, als ich die schöne Eveline Trimborn leben ließ, beliebten Sie in Wuth zu gerathen. Da meinte ich - Trimborn. Nun, was meinten Sie denn? Eduard. Es sey Ihnen unangenehm gewesen, den Namen dieser Dame laut in einer Kaffeestube ausrufen zu hören. Trimborn. So. Eduard. Und Sie seyen zu dem Wunsche berechtigt, ihn frei von jeder öffentlichen Berührung zu sehn. Trimborn. Ja allerdings. Ich wünsche, daß Eveline Trimborn weder öffentlich noch privatim berührt werde. - ( b. S.) Das heißt, nichts verrathen, aber Alles andeuten! Eduard. Freilich ist der Name eines Frauenzimmers so zarter Natur, daß er leicht einen Flecken bekommt. Trimborn. Ja, besonders von Entführungen. Eduard. Aha! Hörten Sie von diesem Scherze? Trimborn. Scherz? Tod und Teufel! Ein saubrer Scherz! Eduard. Ihre Heftigkeit bestärkt mich in meiner Vermuthung. Sie sind ein Fremder, kennen unsre gesellschaftlichen Vergnügungen nicht. Trimborn (b. S.) Nun reißt mir bald die Geduld! Einen JungfernRaub nennt der Kerl ein gesellschaftliches Vergnügen. Eduard. Sind vermuthlich nicht für dergleichen ? Trimborn. Nein, in der That, ich bin nicht für dergleichen. Eduard. Freilich wird meines Freundes Verhältniß, wird unser Aller Verhältniß zum brochwitzer Hause künftig von Ihrer Approbation abhängig werden, wenn Sie der sind, für den ich Sie halte. Denn kurz und gut, ich meine, Sie sind, den wir lange erwarten: Evelinens Vater! Trimborn (b. S.) Nun heißt's: übergesegelt! - (laut) Herr, wie können Sie sich unterstehn, mir so etwas in's Gesicht zu sagen? Eduard. Mein Gott, es wird Sie doch nicht beleidigen, wenn ich Sie für den Vater eines reizenden Mädchens halte? Trimborn. Ja, mein Herr, es beleidigt mich. Ich bin kein Vater, war kein Vater, werde nie ein Vater seyn. Seh' ich aus nach einem Vater? Ich hasse die Väter, ich war niemals verheirathet, und mein Vater war's auch nicht. Muß ich über's WeltMeer auf Euren verrotteten Continent kommen, um mich für einen Vater ansehen zu lassen? Eduard (mit einem Gestus an die Stirn.) Herr! Trimborn. Überhaupt muß ich Ihnen sagen, gab sich Capitain Trimborn nie mit Staatsverbrechen ab. (b. S.) Da hast Du Deine Ladung! Eduard. Wie? Trimborn. Und ob Bolivar gute oder schlechte Ingenieuroffiziere hat, das war meinem Freunde Trimborn nun vollends ganz gleichgültig. (b. S.) So, das war mit Manier abgeführt! Eduard. (b. S.) Der hat entweder unter der Linie den Verstand verloren, oder - - (laut) Ihren Freund nannten Sie den Capitain Trimborn? Kannten ihn also? Trimborn. Eine sehr intime Bekanntschaft. Wir sind SchulCamaraden gewesen. Eduard. Wird er bald kommen? Trimborn. Kommen? Was verstehn Sie unter: Kommen Als - Geist kommt er vielleicht. Eduard. Als Geist? Ist er denn - Trimborn Ja. Er ist - todt. Eduard. Todt? Trimborn.
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