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| ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 | ||||||||||||||
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Un unse Pudel holt dieselbigen aus dem hohlen Baum. Un et wird 'nen rasenden Effect machen, un ik bringe Alles an. Trimborn (b. S.) Der Seehund hat mich behorcht. Er bringt Alles an. - Sollte er ein Aufpasser seyn? Freilich! freilich! Kellner, Marqueure und Cafebediente sind ja die gewöhnlichen Spione solcher Vögel. Eine neue Gefahr, Capitain Trimborn! Die Gefahren reißen heute nicht ab. Doch ich will erst meiner Sache sicher seyn. - (laut) Sage einmal, Du Seekalb, kennst Du einen gewißen Herrn von Sonnenstein? Petit. Ach Du meine Güte, die Einfalt! O Gott, wo sind Se denn jung geworden? Ik werde doch diesenjenigen kennen! Er kommt ja alle Mittage und trinkt hier sein Schnäpsken. Un ik muß ihm Alles erzählen, wat passirt. Sollte ik denn unsern PolizeiDirector nich kennen? Trimborn. Was!? Sonnenstein PolizeiDirector? Petit. Mit 2000 Thaler Traitament. Trimborn. Nein, das geht zu weit! O Europa, Europa, wohin ist es mit Dir gediehen! Die Polizei giebt sich damit ab, Mädchen zu entführen! - Petit. Thut sie diesesjenige? O Götter, wat en Schicksal! Des bring' ik auch an! (schreibt wieder) Trimborn. Bringt der Seehund an, was er gehört hat, so bin ich verloren! (Er wirft sich in einen Stuhl.) Petit. Mir dauern Se, un ik weeß nich, warum? Trimborn. Der Junge scheint nicht ganz ohne menschliches Gefühl zu seyn. Capitain Trimborn, wie machtest Du's, als Du in die Hände der Botocuden gefallen warst? Du gingst zu dem Häuptlinge Ma-to-ha-hi, d. h. Sohn des großen Bären, und sprachst: Der Weiße kam zum Haupte der Rothen, um Frieden und Schutz zu suchen. Und das Mordmesser sank, und Du warst gerettet. Was Dir dort gelang, versuche hier wieder. - Ich will den Jungen durch Vertrauen und Güte gewinnen. - Seehund! Petit. Wat befehlen Se? Trimborn. Eigentlich Seekrabbe, hast Du 50 mit dem Schiffstau verdient! Petit. (schreibend) "Funfzig mit'n Schiffstau sind den verstellten Todten seine Güte." Dat bringe ik auch an. Trimborn (zerrt Petit bei'm Arme vom Buche weg.) Komm her, Du Seespinne, laß das Spioniren, Annotiren, Signalisiren! - Hör mich an, Junge, Du hast ein so braves, offnes Gesicht. Petit. (geschmeichelt.) Meenen Se? Nu, man is nich ohne seine Gaben. Trimborn. Du bist zu gut für solch ein Gewerbe. Petit. Ja, det sage ik auch. Ik bin für wat Höheres geboren. Aber wat hilft mir dasjenige? Trimborn. Hör mich an. Beherzige, was ich sage. Solltest Du einen FamilienVater, einen Mann, der nach 20 Jahren Unruhe ein Stündchen Ruhe sucht, unglücklich machen können? Petit (wird gerührt.) Hören Se mal, kommen Se mir nich so. Sprechen Se keinem Berliner wat von FamilienVater, un Ruhe, un Unruhe, und so 'ne Sachen durcheinander, un det Unglück! Trimborn. Du weinst! Bewegt's Dich? Petit. Ein Berliner, sehn Se, der is uf de Rührung, wie unse Pudelhund uf's Stöcksken, un det greift an, wie der Stockschnuppen. Trimborn. Nein, Du wirst mich nicht unglücklich machen! Petit. (schluchzend) Ne, gute Seele! Ik werde niemals nich einen unruhigen FamilienVater in't Malheur bringen. Trimborn (der auch in eine Art von Rührung geräth.) Guter Junge! (Er küßt ihn auf die Stirne) Närrischer Seehund! - Du verräthst also den alten Trimborn nicht? Petit (außer sich) O Gott! Da kehrte sich ja unse selige Iffland im Grabe um! Ne, ik verrathe den alten Trimborn nich! Wie sollte ik den Mann verrathen können! Trimborn. Du weißt doch, was ich meine? Petit. Ik habe de Sache mehr in't Gefühl. Trimborn. Was gehn Dich die Ingenieuroffizire an? Petit. Gar nischt gehn mir dieselbigen an, die gehn Alle uf det andre Kaffeehaus - keenen Groschen hab' ik von die Menschen. Trimborn. Und Bolivar braucht auch Leute, das glaube mir. Petit (b. S.) (O Gott! Er sucht einen Marqueur für Bolivar, und mir will er anbringen bei demjenigen!) (laut, Trimborn die Hand küssend) Ach Männeken, wie habe ik Ihnen verkannt! Trimborn. Es soll auch Dein Schade nicht seyn. (Er zieht eine Börse.) Petit. Warten Se. Se suchen ein Biergeld. De Sache wird accurat wie der Uftritt zwischen Egmont und Klärchen. Laßen Se mir erst knien, und denn nehmen Se meinen Kopf uf den Schooß. (Er kniet vor Trimborn, die angegebne Attitüde wird auf groteske Art gemacht.) Trimborn. Verrückter Junge! - Aber er meint's ehrlich, das seh' ich ihm an. Petit. So. Nu geben Se man't Geld her. (Trimborn giebt ihm Geld) Un jetzo sage ik wie Clara: So laß mir sterben, die Welt hat keine Freuden uf diese! Trimborn (aufstehend) Kannst Du wohl den Baron Falten ausfindig machen? Petit. Warum dieses nich? Trimborn Willst Du ihm selbst, ohne Beiseyn eines Dritten, diese Papiere einhändigen? Petit. Allemal derjenige, welcher. Trimborn. Mit einem Billett von mir? Petit. Nie ohne dieses! Trimborn. In der Billiardstube will ich's schreiben. Komm, Du sollst es dort von mir empfangen. - Der Botocude hat mein Zutraun gerechtfertigt; Du wirst mich ja nicht betrügen - Seehund! (Ab durch die Seitenthür) Achte Szene. Petit (allein) Ik schwöre ewiges Verstummen Dir! O ihr Götter! Wenn ik weiß, was hier vorgegangen is, so will ik gleich mir in meinen Sarg legen. Ik bin gerührt, nu, warum bin ik't denn? Er is gerührt, nu warum is er't denn? Wir sind gerührt, nu, warum sind wir't denn? Aber dieses is eben dat Große von de Affecten un de Leidenschaften, un alle die Sachen - man weiß nich, wo't herkommt, man weiß nich wo't hingeht. Dat größte Plaisir is, wenn de Thränen so laufen um nischt un wieder nischt. - Un Billetter soll ik bestellen, un Papiere abgeben, un Marqueur soll ik werden bei Bolivar! Wo wohnt denn nur dieser Mann? Ik habe nie wat von ihm gehört. Trimborns Stimme (aus dem Seitenzimmer) Schiffs Junge! Petit. Ja doch, ik komme! Na Müllner hat Recht, wenn er sagt, wo die Schuld aus is: Fragst Du nach de Ursach, wann Wat Confuses is geschehen? Nur det Wie;na des is klar. Det Warum wird offenbar, Wenn die Todten auferstehen! (Ab ins Seitenzimmer) Neunte Szene Falten (mit einem Briefe) Eduard. Falten. Wo ist er? Wo ist dieser Störer meines Glücks? Eduard. Falten, laß Dir rathen! Falten. |
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